Montag, 3. März 2014

Männerspielzeug

Irgendwann kommt man(n) auf die Idee, dass ein neues Spielzeug ins Haus muss. Da die Ehefrau so schwer umzutauschen ist, wird es halt ein Stück Technik.
Aber welches ?

Als wir unter Freunden so klönten (norddeutsch für chat) fanden wir heraus, dass 3D Drucker doch eine faszinierende Geschichte sind und man eigentlich mal einen eigenen haben müsste. Aber die Modelle sind entweder wahnsinnig teuer (Familie verlangt ja nach einem Dach über den Kopf und etwas zu essen ...) oder irgendwie ... ganz schön bastelig.

Auch wenn wir beide schon Platinen geätzt und gelötet haben, ist das dann doch zu viel Aufwand. Also wurde die Idee erst mal wieder beiseite geschoben...

Aber wie viele gute Ideen, hat sie sich im Hinterkopf fest gesetzt und immer wieder einen Stachel in die Gedanken geschoben, wenn es um Technik ging. Da wurde dann doch noch mal gegoogelt, es wurden Drucker in Katalogen oder Messen angeschaut, auf den üblichen Technikseiten wurde über neue Druckmaterialien und Druckermodelle berichtet.

Also kam es wie es kommen musste: das Projekt wurde angegangen und der Beschluss gefasst, einen eigenen Drucker zu bauen.

Als wir dann über den Mendel90 von Nophead stolperten, wurde es noch konkreter. Der soll's sein. Erster Einduck: stabiler und einfacher aufzubauen als die meisten anderen Reprap-Modellen (Prusa und Co - Gewindestangen sind ja ganz schön, aber winkeltreue zu erreichen schon eine Herausforderung). Und durch die im Baumarkt zusägbaren Teile sind rechte Winkel garantiert.

Aber nicht kleckern sondern klotzen: statt der 'normalen' 20x20x20 cm Druckfläche solls doch ein wenig mehr sein. Also als 30x30x30 cm berechnen lassen. Hab ich's noch nicht erwähnt? Der Mendel90 ist komplett gescripted (in OpenSCAD) und mit dem ändern einer Config-Datei nahezu beliebig flexibel. Grössere Motoren? Anderes Material? Andere Führungstangen? Eintragen in die Config, Python Script starten, fertig ist das neue Modell. Kunststoffteile werden angepasst, die Baupläne und das Bill of Material (die Einkaufsliste) entsprechend erstellt.

Es folgte ein gemütlicher Abend mit gutem Essen beim Mexikaner (mit WLAN) und die ersten Bestellungen wurden aufgegeben. Es ist schon erstaunlich, wie viele Teile man braucht, um einen 3D Drucker zu bauen....
Es wurden Kugellager, Stahlstangen (8mm Rundstahl), Schrittmotoren und vieles andere bestellt, aus vielen Gegenden in Europa - auf China haben wir u.a. wegen des Zolls verzichtet.

Und natürlich alles doppelt, schliesslich sind wir zu zweit und einen Drucker kann man nicht teilen. Es müssen also zwei werden.

Zusätzlich gab es dann noch das Problem, dass passende Kunststoffteile benötigt werden. Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Ausdrucken, klar. Aber damit hatten wir ein Henne-Ei-Problem. Als Lösung hat sich das FabLab in Hamburg angeboten, da stehen zwei 3D Drucker, die genutzt werden können. Donnerstag Abend ist OpenFabLab, also haben wir uns das mal angeschaut.

Ein großer Stratasys Drucker und ein Prusa Mendel, und ein wenig Ernüchterung. Der Stratasys ist zu langsam, um die Teile für unsere zwei Drucker zu drucken, am Mendel müsste ein wenig was gemacht werden. Aber nichts, was nicht gemacht werden kann.

Also am nächsten Donnerstag wieder hin, eine Menge Werkzeug in der Tasche und begonnen, den Mendel zu justieren und zu kalibrieren. Erste Testdrucke sahen schon mal nicht schlecht aus und machten Lust auf mehr.

Leider ist wirklich nur Donnerstags die Möglichkeit gegeben, an dem Drucker zu arbeiten und da er jedes Mal wieder verpackt und weg gestellt werden muss (das FabLab teilt sich die Räume mit anderen ...) war auch jedesmal wieder Kalibrierungsaufwand gegeben .... Die Hoffnung, schnell die Teile zu Drucken schwand ...

Verzweifelt wurde eine Alternative gesucht und gefunden. Wir kaufen einen Satz Kunststoffteile bei ebay, damit wir einen Drucker fertig stellen können, den zweiten drucken wir damit. Selbst replizierende Technik, erst 3D Drucker dann von Neumann Sonden ....

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen