Der Drucker ist in der Zwischenzeit umgezogen - aus Torstens Keller in mein Wohnzimmer. Schön, wenn man nicht auf den WAF achten muss :D
Das Drucken auf der Rückseite der Spiegelfliese hat natürlich - wie sollte es anders sein - plötzlich nicht mehr geklappt, die Stücke reißen beim Druck wieder vom Druckbett ab und der Druck muss abgebrochen werden. Warum sollte es auch klappen? Manchmal sollte der Singular doch "die Drucker" sein, so zickig wie die Kiste manchmal ist. Aber, auch wenn ich vorgreife, die Lösung scheint (hoffentlich endgültig) gefunden.
Nebenbei habe ich mich noch ein wenig darum gekümmert, den Drucker leiser zu bekommen. Das Netzteil war günstig und hat genügend Leistung, aber der verbaute Lüfter machte Lärm wie eine startende 747 mit defekten Lagern im Triebwerk.
Da das Netzteil ohne Lüfter gar nicht laufen wollte, habe ich die Bastelkisten durchkramt und einen passenden (60mm) Lüfter gefunden. Stecker umgelötet, zusammengebaut, Netzteil läuft. Das sah schon nicht schlecht aus. Der Test am Drucker offenbarte allerdings, dass die Überwachung des Lüfters doch ausgefeilter war als gedacht. Sobald das Netzteil auch nur einen Motor mit Strom versorgen sollte, ging es wieder aus.
Während der Originallüfter ca 580 mA zog, brauchte der neue Flüsterlüfter nur 120 mA. Anscheinend reichte der Strom, um das Netzteil davon zu überzeugen, ein Lüfter sei vorhanden, damit es an geht, aber wenn Leistung abgefordert wurde, wird der Lüfter als Defekt erachtet und das Netzteil geht aus.
Abhilfe schuf ein 27 Ohm 11 Watt Widerstand, der parallel zum Lüfter angeschlossen wurde. Es ist zwar schade um die 5 W, die einfach als Wärme verbraten werden, aber dafür ist das Netzteil leise genug um nicht zu stören und es geht nicht aus, wenn die Motoren und Heizungen eingeschaltet werden.
Aber jetzt zum Haftungsproblem ... Die Lösung war einfach: Haarspray. Ich habe fünf dünne Schichten Haarspray (Extra Strong) auf die Glasseite der Spiegelfliese aufgetragen - zwischendurch immer trocknen lassen. Ergebnis ist eine glänzende, leicht raue und klebrige Schicht auf dem Glas. Alles wieder zusammen gebaut, justiert, getestet - passt :)
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| Die Lösung der Haftungsfrage - es wird mit Sicherheit auch mit anderen Marken funktinieren |
Nach kleinen Tests war der erste Versuch eine Tardis. Nach drei Stunden Druckzeit stand sie dann fertig auf dem Druckbett. Die Legofigur dient zum Größenvergleich :)
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| Meine Minitardis |
Nachdem das funktionierte, fing ich an, an der Geschwindigkeit zu drehen, bisher war ja alles recht langsam. Inzwischen läuft es schon ganz gut, auch wenn ich sicher noch nicht an der oberen Grenze angelangt bin.
Die Oberseite der Tardis ist noch ein wenig ... pickelig, ebenso bestand noch das Problem, dass die erste Schicht so viel Material auf das Druckbett brachte, dass sich auch dort Pickel gebildet haben, die aber vom Druckkopf in der zweiten und dritten Lage gerade gebügelt wurden. Damit dies in Zukunft nicht mehr geschieht, ahbe ich den Extrusion Multiplier angepasst. Hierzu finden sich im mehrere Anleitungen im Netz, wie das am Besten gemacht wird. Im Grunde läuft es darauf hinaus, ein Objekt zu drucken, dass nur eine Schicht als Wandstärke hat, im Gcode zu schauen, von welcher Wandstärke Slic3r ausgeht, zu drucken, zu messen und zu korrigieren :)
Für meinen Sohn (und ich hatte auch meinen Spass dabei) habe ich dann noch ein paar Ziele für unsere Nerfs gedruckt. Immer nur Testkörper wird langweilig und da kam es nicht auf Perfektion an, also das richtige um die Einstellungen anzupassen.
Inzwischen ist die erste Schicht glatt wie sie sein soll, die Maße passen sehr genau und auch die oberen Perimeter, also die 'Deckel' sind schön glatt auf dem Infill.
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| Schön zu sehen ist der Wulst an Material an der Kante |
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| Die "bepustete" Brücke |
Nächstes Teil war dann erst einmal ein Brücken-Test-Objekt, zusammen mit einem konfigurierten Lüfter im Slic3r. Irgendwofür muss das Ding ja da sein ...
Der Testdruck sah dann auch schon recht gut aus, nur die 28mm Brücke zog ein paar Fäden nach unten, alles andere war gerade.
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| Leichte Hänger bei ca 28mm Distanz |
Der erste frisch gedruckte Halter der Führungsstangen sah dann auch sehr viel besser aus als die vorigen Versuche :)
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| Auch eine saubere Brücke |
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| Und nochmal das ganze Teil |
Als nächstes kamen die Zahnräder des Extruders an die Reihe. Die Druckzeit für beide gemeinsam betrug ca 45 Minuten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen!
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| Die Zahnräder. Die Mutter passt genau in die Aussparung für den Hobbed Bolt |
Das ganze noch immer mit der selben Schicht Haarspray, inzwischen riecht auch nicht mehr die halbe Wohnung danach, wenn das Heatbed anfängt zu heizen :)
Aus der rauen, transparenten Schicht wird an den Stellen, an denen bereits gedruckt wurde eine matte, fast glatte Fläche, aber die Haftung scheint dennoch gegeben zu sein. Die Teile lassen sich nur mit Gewalt vom Druckbett lösen, solange dieses heiß ist. Während des Abkühlens fängt es an zu knistern und bei ca 70°C lässt sich das Teil ganz leicht vom Druckbett nehmen.
Die letzten Versuche waren auf jeden Fall so,wie ich mir 3D Druck wünsche. Einmal vernünftig eingestellt macht der Drucker keine Arbeit mehr und es kann spontan etwas erstellt werden.
Jetzt werden nach und nach die restlichen Teile für den zweiten Drucker hergestellt, damit der auch endlich fertig wird. Hoffentlich klappt alles weiter so gut ...








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