Mittwoch, 23. April 2014

Erfolge!

Geschafft! Nachdem wir wieder ein paar Stunden zusammen sassen und versuchten, die ersten Teile ohne ABS zu drucken, hat Torsten einen Versuch gemacht, das Druckbett mit ABS Slurry (in Aceton gelöstes ABS) zu bestreichen, um die Haftung der Druckes zu verbessern.

Leider kam es dabei beim ersten Aufheizen zu einem kleinen Problem ... einer geplatzen Druckbettscheibe. Erst war das ABS Slurry in verdacht, wurde dann aber als unwahrscheinlich ausgeschlossen.
Inzwischen vermuten wir, dass die Buchklemmen, mit denen wir das Heizbett unter der Spiegelfliese halten, einfach zu viel Druck aufbauen und das, zusammen mit der thermischen Spannung beim aufheizen, die Fliese zum springen brachte.

Kaputt...
Zum Glück haben wir ja noch ein paar Fliesen, also haben wir eine neue genommen und neue Magnete drunter geklebt. Die Magnete der alten Platte können wir wohl vergessen, ich keine keine Möglichkeit, 2K Epoxy wieder zu lösen. Zumindest wird sich der Aufwand kaum lohnen.

Nachdem wir die neue Scheibe drauf haben, mussten wir den Drucker wieder kalibrieren, inzwischen haben wir schon ein wenig mehr Übung, nur in die richtige Richtung zu rechnen mit den Korrekturwerten fällt noch schwer :)

Fussel ... 
Dann fingen wir wieder an, zu versuchen, weiter zu drucken ... Wenn da nicht die mangelnde Haftung auf dem Druckbett wäre. Wir sind uns mit der Temperatur des Druckbettes nicht sicher, wie bereits geschrieben, deswegen nennen wir es nicht mehr Grad Celsius :) aber laut Anzeige sind wir bei 130°. Wir haben alles mögliche ausprobiert. ABS Slurry, wieder Klebeband, unterschiedliche Temperaturen des Druckbettes und des Extruders. Haarspray hatten wir leider keines... Nichts wollte wirklich halten, entweder das Objekt wurde vom Druckkopf mitgerissen oder wir hatten wieder Warping. Die Versuche führten dann zu einer Menge abgebrochener Drucke und vielen dünnen Schichten ABS, die sich auf dem Schreibtisch stapelten.

Ich war schon bereit, Torstens Guinness zu Opfern, 90% in die Kehle, den Rest auf das Druckbett, aber er entschied sich, lieber seinem Sohn einen Klebestift abzuschwatzen. Davon hatte ich leider nicht so viel, aber einen Versuch war es auf jeden Fall wert.

Also haben wir das Druckbett damit bestrichen. Aufgrund der Restwärme des Bettes wurde der Stift auch schön weich und ließ sich gut verteilen.

Entgegen unserer Befürchtungen bildete sich aber keine klebrige Schicht auf dem Bett sondern war nahezu sofort fest und hinterließ nur eine raue Oberfläche.

Also mal wieder den Testwinkel gedruckt ...

kein Warping mehr ...

Auch aus diesem Winkel nicht ... 

von unten
 Und siehe da! Es funktionierte! Wir hatten den ersten erfolgreichen Druck eines Objektes ohne Warping in einer vernünftigen Qualität! Jubel, Trubel, Heiterkeit!

Nachdem die Pflicht getan war, musste ein wenig Kür sein und wir haben den kleinen Android-Kühlschrankmagneten gedruckt.


das erste "richtige" Objekt

sitzt, passt, klebt, perfekt!
 Nach diesem Erfolgserlebnis konnten wir auch beruhigt ins Kino fahren :)

Abschließend müssen wir noch sagen, dass es noch nicht perfekt ist. Die Masse sind noch nicht 100% stimmig. Das gedruckte ist ein kleines Stück zu breit und Löcher im Objekt ein kleines Stückchen zu klein. Es scheint, als wenn ein wenig zu viel Material aus dem Extruder kommt und die Perimeter dadurch zu breit werden. Oder wir haben durch die gedruckten Pulleys nicht exakt unsere 80 Schritte pro mm. Da geht es nächsten Samstag wieder ans testen, mit ein wenig Glück sind bis dahin auch die bestellten Alu-Pulleys da.



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